© Radio Munot
00:00
02:54
 Radio Munot

Wo die Busse zu häufig fahren, neigen sich die goldenen Jahre dem Ende zu

Wochenrückblick

25.10.2025

Die Volkssouveränität, der motorisierte Individualverkehr und Geld – quasi die Dreifaltigkeit des Schweizer Selbstverständnisses. In der vergangenen Woche konnte Schaffhausen gut auftrumpfen, wenn es um Themen geht, die das Blut des pflichtbewussten Steuerzahlers in Wallung bringen können.

So hat zum Beispiel die Gemeinde Neuhausen ihr Budget für das kommende Jahr vorgestellt. Im Städtchen mit dem Wasserfall fliesst nicht nur das Wasser, es rollt auch der Rubel. Hohe Einnahmen erlauben es Neuhausen nicht nur, im nächsten Jahr hohe Investitionen zu tätigen, sie ermöglichen auch eine Steuerreduktion um fünf Prozentpunkte. Trotzdem zeichnet Gemeindepräsident Felix Tenger dunkle Wolken an den Neuhauser Finanzhorizont. Die goldenen Jahre seien laut Gemeinderat vorbei.

Das sieht auch der Präsident der städtischen FDP so, wenn es um den Verkehr auf den Stadtschaffhauser Strassen geht. Christian Mundt fürchtet einen Rückschritt ins Mittelalter – zurück in eine Zeit, in der Pferde mit strammen Waden schwere Kutschen durch die Gassen zogen. „Entsetzt“ habe die Partei die Pläne der Stadt Schaffhausen zur Kenntnis genommen. Wie diese in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des SVP-Grossstadtrats Mariano Fioretti schreibt, prüfe sie zurzeit mehrere Tempo-30-Zonen – darunter auch eine auf der Steigstrasse. Lärm- und sicherheitstechnische Bedenken seien dafür ausschlaggebend. Ob die städtische Regierung deshalb den Zorn der Autofahrer auf sich ziehen will, wird sich zeigen.

Den Zorn der Neuhauser SVP und EDU haben die Verkehrsbetriebe Schaffhausen auf sich gezogen. Die Rheinfallgemeinde werde vom städtischen Verkehrsbetrieb benachteiligt, so die Meinung der beiden Parteien. Deshalb will die SVP den Vertrag mit der VBSH nun aufkünden. Für eine entsprechende Initiative werden aktuell Unterschriften gesammelt. Kommen die nötigen Signaturen zustande, wird Neuhausen wohl entweder die Initiative oder den Vertrag mit der VBSH bachab schicken.

Bachab geschickt wurde auch der Saisonstart der neuen Badi Büte in Thayngen im Somemr 2026. Die Bauarbeiten mussten gestoppt werden. Im Zentrum des Konflikts stehen zwei Männer, denen Wasser augenscheinlich sehr wichtig ist – der Unterschied liegt allerdings darin, ob sich das Wasser unter oder über der Erde befindet. Bau- und Badireferent Christian Meister hat auf eine Inbetriebnahme der Badi Büte auf Anfang der Sommersaison 2026 gepokert. Deshalb hat der Thaynger Gemeinderat den Baustart vor Ablauf der Rekursfrist angesetzt – ein Fehler, wie sich herausstellt. Ein Anwohner hat sein Rekursrecht wahrgenommen – aus Sorge um das Grundwasser. Wer im Thaynger Wasserkonflikt obsiegt und ob die unendliche Geschichte der Badi Büte bald ein Ende findet, bleibt abzuwarten.