
Rote Köpfe trotz schwarzen Zahlen im Thaynger Einwohnerrat
Thaynger Parlament diskutierte über die Rechnung 2025
18.06.2026
Der Thaynger Einwohnerrat hat gestern die Jahresrechnung 2025 angenommen. Während die Gemeinde 2024 mit einem Plus von rund einer Million Franken abgeschlossen hat, blieb im letzten Jahr nur ein kleines Plus von rund 16’000 Franken. Zudem hat die Gemeinde im letzten Jahr rund 880’000 Franken weniger durch Unternehmenssteuern eingenommen als 2024. Finanzreferent Rainer Stamm sieht düstere Wolken am Thaynger Finanzhimmel, wie er gegenüber Radio Munot sagt. Weiter hat das Parlament eine finanzpolitische Reserve von 1,5 Millionen Franken für die Sanierung des Verwaltungsgebäudes genehmigt. Die SVP-EDU-Fraktion nutzte die Rechnungsdebatte, um eine generelle Kritik an den Thaynger Finanzen anzubringen. Die Fraktion ist der Meinung, dass die Gemeinde zu viel Geld ausgibt.
Kritik aus der SVP an geplantem Ausbau der Thaynger Schulsozialarbeit
Weiter hat der Gemeinderat über eine geplante Pensenerhöhung der Schulsozialarbeit informiert. Eine konkrete Vorlage soll erst im August folgen. Das Pensum für die Schulsozialarbeit beträgt heute 80 Stellenprozent. Die zuständige Schulsozialarbeiterin ist mit diesen 80 Stellenprozent für mehr als 700 Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Das ist laut Gemeinderat deutlich mehr als in den meisten anderen Schaffhauser Gemeinden. Deshalb soll das Pensum auf 160 Stellenprozent verdoppelt werden. Damit entstünden jährliche Mehrkosten von 87’000 Franken. Langfristig soll zudem geprüft werden, ob die Schulsozialarbeit über eine Leistungsvereinbarung mit der Stadt Schaffhausen organisiert werden kann. Im Einwohnerrat stiess die Pensenerhöhung bei einzelnen Vertretern der SVP auf Skepsis.
Feuerwehr-Dienst in Thayngen bald bis 45 Jahre Pflicht
Zwar keine Erhöhung der Pensen, dafür eine Erhöhung des Dienstalters gibt es bei der Thaynger Feuerwehr. Das hat das Parlament gestern entschieden. Konkret hat es eine Totalrevision der Feuerwehrverordnung angenommen. Diese sieht unter anderem eine Erhöhung des Dienstpflichtalters von 41 auf neu 45 Jahre vor. Damit soll sichergestellt werden, dass erfahrene Feuerwehrleute länger Teil des Feuerwehrkorps bleiben. Laut Gemeinderat haben die anderen Feuerwehren im Kanton diese Anpassung bereits vorgenommen. Gleichzeitig müssen Personen, die ihren Feuerwehrdienst nicht absolviert haben, vier Jahre länger ihre Dienstpflichtabgabe bezahlen. Davon erhofft sich der Gemeinderat jährliche Mehreinnahmen von rund 75’000 Franken. Im Einwohnerrat löste die Anpassung keine wesentlichen Diskussionen aus.
Thaynger Verwaltung sucht Asyl im Knorri-Park
Zum Schluss informierte Gemeindepräsident Christoph Meister zum aktuellen Stand der Asbestbelastung im Verwaltungsgebäude. Während der bevorstehenden Sanierung des Gebäudes könnte die Verwaltung temporär im Knorri-Park der Unilever unterkommen. Wie Meister an der gestrigen Einwohnerratssitzung mitgeteilt hat, sei die Gemeinde aktuell in Mietverhandlungen. Definitiv sei die Entscheidung dementsprechend noch nicht. Das Verwaltungsgebäude muss in den kommenden Jahren saniert werden. Grund ist unter anderem das Asbest. Zwar lagen die Messungen unter dem Grenzwert. Bevor diese erreicht werden, müsse das Gebäude allerdings geräumt sein.