
Klare kriminelle Unterschiede zwischen Thurgau und Zürich
Auswertungen der Kriminalstatistiken 2025
23.03.2026
Im Thurgau ist die Zahl der Straftaten 2025 um 11 Prozent auf über 15'500 Fälle gestiegen. Hauptgrund sind mehr niederschwellige Vermögensdelikte, insbesondere Diebstähle. Auch die digitale Kriminalität nahm weiter zu, vor allem durch Phishing und Datenmissbrauch, wie die Kantonspolizei Thurgau in einer Medienmitteilung schreibt. Gleichzeitig konnte die Polizei die Aufklärungsquote leicht verbessern. Gewaltdelikte stiegen moderat an, schwere Fälle wurden jedoch fast vollständig aufgeklärt. Trotz des Anstiegs liegt die Kriminalitätsrate weiterhin unter dem Schweizer Durchschnitt.
Cyberkriminalität nimmt im Thurgau deutlich zu
Entgegen dem schweizweiten Durchschnitt haben im Kanton Thurgau im vergangenen Jahr die Fallzahlen von Cyberkriminalität zugenommen. Das geht aus der heute publizierten Thurgauer Kriminalstatistik hervor. Insgesamt gab es knapp 1'900 Fälle. Im Vergleich zu 2024 ist das ein Anstieg von rund 13 Prozent. Schweizweit nahmen die Fallzahlen hingegen leicht ab. Diese Entwicklung müsse nun genauer beobachtet werden, sagte der Chef der Thurgauer Kriminalpolizei, Andreas Kopp, gegenüber Radio Munot. Insgesamt hat sich die Anzahl illegaler Datenbeschaffung im Kanton Thurgau vervierfacht. Die Thurgauer Polizei warnt deshalb weiterhin vor unseriösen E-Mails oder Nachrichten und davor, keine heiklen Informationen an Fremde weiterzugeben.
Zürcher Straftaten fast ein Fünftel der gesamten Schweiz
Im Kanton Zürich sind die Straftaten im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark zurückgegangen. Insgesamt gab es rund fünf Prozent oder 6’126 Straftaten weniger. Dies gab der zuständige Regierungsrat Mario Fehr an der heutigen Pressekonferenz bekannt. Vor allem in den Bereichen Körperverletzung und Einbruch sind die Zahlen zurückgegangen. Fehr führt dies auf die gute Prävention zurück. Insgesamt gab es im Kanton Zürich im vergangenen Jahr über 100'000 gemeldete Straftaten. Das ist knapp ein Fünftel aller Straftaten in der gesamten Schweiz. Um die Fallzahlen weiter zu senken, möchte der Kanton Zürich weiterhin in die Prävention investieren.
Steigende Zahlen bei Vergewaltigungen und häuslicher Gewalt gutes Zeichen
Die Fallzahlen von Vergewaltigungen und häuslicher Gewalt sind im Kanton Zürich und im Kanton Thurgau deutlich gestiegen. Auch schweizweit wurde die Polizei häufiger wegen solcher Vorfälle alarmiert. Das zeigen die neu veröffentlichten Kriminalstatistiken. Andrea Jung-Höhener, die Leiterin der Kriminalabteilung der Stadtpolizei Zürich, sieht in den steigenden Fallzahlen ein gutes Zeichen. Durch die Gesetzesänderung im Jahr 2024 wurde unter anderem der Tatbestand der Vergewaltigung präzisiert. Ausserdem wurde die Bevölkerung durch Prävention und Information ermutigt, sich bei Delikten im häuslichen oder sexuellen Bereich an die Polizei zu wenden. Künftig soll im Kanton Zürich weiterhin in diese Prävention investiert werden.