
KJPD verarbeitet neue Fälle nur langsam
Externe Evaluation stellt Mängel fest
31.03.2026
Der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst Schaffhausen (KJPD) hat bei der Erstversorgung von Betroffenen Verbesserungsbedarf. Das schreiben die Spitäler Schaffhausen und das Departement des Innern in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Beim KJPD häuften sich im vergangenen Jahr Beschwerden wegen struktureller Mängel und einer schwierigen Zusammenarbeit. Deshalb wurde im letzten Jahr eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben. Darüber hatte die Schaffhauser AZ im vergangenen Herbst berichtet. Der Bericht zeigt nun auf, dass die Behandlungsqualität des KJPD gut sei, sobald ein Fall eröffnet worden ist. Jedoch gibt es Mängel beim Anmeldeprozess und bei der schnellen Versorgung von betroffenen Kindern und Jugendlichen. Zudem fehlt ein expliziter Versorgungs- und Leistungsauftrag für den KJPD. Ein solcher wird nun vom Kanton Schaffhausen ausgearbeitet. Zudem läuft die Suche nach einer Nachfolge für die Chefarztposition des KJPD nach dem abrupten Rücktritt des früheren Chefs per Anfang Dezember.
Leistungsauftrag für KJPD soll Problemzonen auflösen
Der Kanton Schaffhausen soll einen konkreten Leistungsauftrag für den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD) erhalten. Das hat die externe Evaluation des Kantons ergeben. Die Untersuchung deckte diverse Missstände auf, unter anderem beim Anmeldeverfahren. Damit dort künftig keine Probleme mehr auftreten, soll der Kanton Schaffhausen einen konkreten Leistungsauftrag an den KJPD stellen, der gewisse Regeln vorschreibt. Das sagt Reto Mittler, Leiter des Gesundheitsamts des Kantons Schaffhausen, gegenüber Radio Munot. In den kommenden Monaten werden beide Seiten den genauen Wortlaut dieses Leistungsauftrags ausarbeiten und verhandeln. Dadurch sollen die Transparenz und die Kommunikation beim KJPD verbessert werden.
Chance für Weiterentwicklung statt Frust über Kritik
Die externe Evaluation des KJPD, Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst Schaffhausen, ist eine Chance für eine geregelte Zukunft. Das sagt Andreas Gattiker, CEO der Spitäler Schaffhausen, gegenüber Radio Munot. Aufgrund mehrerer Beschwerden hatte der Kanton diese externe Untersuchung angeordnet. Diese hat gerade im Bereich der Anmeldungen Mängel festgestellt. Trotz des zum Teil negativen Urteils sei dieser Bericht ein wichtiger Schritt für den KJPD, so Gattiker. In den nächsten neun Monaten sollen diverse Massnahmen zur Verbesserung der Umstände beim KJPD umgesetzt werden. Unter anderem soll die Leitung der Psychiatrie erweitert werden.