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«Die Abwärme eines weiteren Datenzentrums soll sinnvoll genutzt werden»

Mögliches Rechenzentrum in Herblingen

06.03.2026

Für ein mögliches Datenzentrum in Herblingen käme ein rund 60'000 Quadratmeter grosses Grundstück im Industriegebiet infrage. Das schreiben heute die Schaffhauser Nachrichten. Wie bereits Recherchen von Radio Munot Mitte Woche zeigten, gibt es nach den beiden Rechenzentren in Beringen nun Überlegungen, auch in Herblingen ein Datenzentrum zu bauen. Das Land im Herblingertal befindet sich laut den Schaffhauser Nachrichten in der Industriezone zwischen Kino und Stadion. Dort ist der Bau von Datenzentren möglich, sofern die entsprechenden Rahmenbedingungen erfüllt sind. Eigentümerin des Grundstücks ist die Georg Fischer Finanz AG. Über mögliche Interessenten am Landstück habe das Unternehmen keine Auskunft gegeben. Eine Quelle vermutet jedoch den Versandriesen Amazon als möglichen Interessenten für den Bau und Betrieb eines Datenzentrums. Amazon betreibt seit 2022 mehrere Datenzentren in der Region Zürich.

SP will Abwärme nicht an private Wärmeverbünde verschenken

Der Schaffhauser SP-Grossstadtrat Matthias Frick hinterfragt die Pläne des Stadtrats, private Wärmeverbünde in Herblingen zuzulassen. Wenn in Herblingen ein neues Rechenzentrum entsteht, müsse die Stadt sich darum kümmern, dass die Abwärme des Datenzentrums genutzt werden kann. Das sagt Frick im Interview mit Radio Munot. Von der kostenlosen Abwärme des Datenzentrums soll die gesamte Bevölkerung der Stadt profitieren, und nicht der Betreiber eines privaten Wärmeverbundes, so Frick weiter.

Laut FDP soll der Abnehmer der Wärme frei wählbar sein

Der Schaffhauser FDP-Grossstadtrat Christian Mundt fordert für Private mehr Möglichkeiten, eigene Wärmeverbünde zu erstellen und zu betreiben. Sollte in Herblingen ein neues Rechenzentrum entstehen, müsse die aus dem Betrieb produzierte Abwärme auf jeden Fall genützt werden. Das sagte Mundt im Interview mit Radio Munot. Er würde ein weiteres Rechenzentrum in der Region begrüssen. Wichtig sei jedoch eine klare Regelung bei der Nutzung der Abwärme, so Mundt weiter. Im Kanton Schaffhausen wäre es das dritte Rechenzentrum.

Voraussichtlich am 17. März wird der Grosse Stadtrat darüber diskutieren, in welchen Quartieren der Stadt Schaffhausen private Wärmeverbünde zugelassen werden.