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Stillstand auf dem Rhein, Bewegung auf der Breite

Wochenrückblick

27.06.2026

Bereits vor dem Saisonstart war klar, dass für die Flotte der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein kein Durchkommen möglich war. Ablagerungen der Quaggamuschel verhinderten die Durchfahrt und sorgten für zu wenig Tiefgang. Die einzige Lösung: Baggern. Doch auch das Abtragen der invasiven Muschelart konnte das Problem nur vorübergehend lösen. Der tiefe Wasserstand macht der Schifffahrtsgesellschaft seit diesem Wochenende erneut einen Strich durch die Rechnung. Nur zehn Tage lang konnten die Kursschiffe ungestört zwischen Schaffhausen und Kreuzlingen verkehren.

Während sich die URH damit abmüht, dass der Rhein zu wenig Wasser führt, hat die Gemeinde Beggingen regelmässig Probleme damit, dass zu viel Wasser durchs Dorf fliesst. Zuletzt wurde die Gemeinde vor rund fünf Jahren von massiven Überschwemmungen heimgesucht. Nun ergreift Beggingen Massnahmen: Rund drei Millionen Franken kosten die verschiedenen Teilprojekte insgesamt. Zu teuer für Bund und Kanton. Oder anders: Die Schäden bei einer erneuten Überschwemmung wären nicht hoch genug. Bund und Kanton beteiligen sich nur dann, wenn die potenziellen Schäden grösser sind als die Kosten für Präventionsmassnahmen. In Beggingen ist dies nicht der Fall. Aus Sicht des Kantons lohnen sich die Massnahmen deshalb nicht.

Was sich aus Sicht des Kantons hingegen lohnt, ist eine Beteiligung von rund 12 Millionen Franken am KSS-Neubau auf der Schaffhauser Breite. Für die millionenschwere Badi steht nun ein Siegerprojekt fest. Rund 93 Millionen Franken soll die neue KSS insgesamt kosten.

Günstiger wird voraussichtlich die neue Garderobe samt Erneuerung der Sportinfrastruktur im ehemaligen FCS-Stadion auf der Schaffhauser Breite. Dort wurde nun ein Projektwettbewerb gestartet. Das Stadtparlament hat vor rund zwei Jahren einen Planungskredit von rund 470'000 Franken bewilligt.

Nicht ganz so viel hat vermutlich ein ehemaliger Angestellter des Impfzentrums Charlottenfels, als er im Jahr 2021 während der Covid-19-Pandemie mit gefälschten Impfzertifikaten gehandelt hat. Er wurde nun wegen mehrfacher Urkundenfälschung im Amt und mehrfacher Geldwäscherei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das bedeutet, dass er nicht ins Gefängnis muss, solange er sich in dieser Zeit nichts mehr zuschulden kommen lässt. Laut den Schaffhauser Nachrichten verlangte der Mann von seinen Kunden einige hundert Franken pro Zertifikat. Insgesamt soll er rund 570 Zertifikate verkauft haben. Zwischen 400 und 600 Franken sollen Kunden für ein solches Zertifikat bezahlt haben, nicht alles davon ging aber an den Verurteilten. Damit dürfte er niedrigen sechsstelligen Betrag eingenommen haben. Wie viel genau, ist unklar – für mehrere Casinobesuche und einen Sportwagen hat es offenbar gereicht.