
Bundesratsentscheid entfacht erneute Debatte über Fäsenstaubtunnel
Kantonale gegen städtische Interessen
29.01.2026
Fäsenstaubröhre nun doch mit grünem Licht vom Bundesrat
Der Bundesrat priorisiert den Bau einer zweiten Fäsenstaubröhre. Er hat angekündigt, dass das Projekt bis 2045 starten soll. Die neuen Pläne wurden gestern bekannt und befinden sich derzeit in der Vernehmlassung. Der Schaffhauser Baudirektor Martin Kessler zeigt sich erfeut über den Entscheid des Bundesrates, sagt er gegenüber den Schaffhauser Nachrichten. Auch wenn die Stadt Schaffhausen das Vorhaben ursprünglich abgelehnt hatte, sei es wichtig, dieses Projekt umzusetzen. Kessler geht sogar so weit zu sagen, dass der geplante Sicherheitsstollen für rund 75 Millionen Franken aufgeschoben und erst zusammen mit der zweiten Tunnelröhre gebaut werden soll. So könnten die 75 Millionen Franken direkt für den Tunnelbau eingesetzt werden.
Bundesratsentscheid entfacht erneute Debatte über Fäsenstaubtunnel
Wenn eine zweite Fäsenstaubröhre gebaut werden soll, sind Veränderungen am Projekt notwendig. Dieser Ansicht ist die Schaffhauser Grüne-Grossstadträtin Daniela Furter. Nach dem Entscheid des Bundesrates, den Ausbau der Tunnelröhre noch vor 2045 zu beginnen, sieht sie den Volkswillen in Gefahr. Die Schweizer Stimmbevölkerung hat eine zweite Fäsenstaubröhre im Rahmen des Nationalstrassen-Ausbau-Projekts im Jahr 2024 abgelehnt. Während der Kanton Schaffhausen das Projekt angenommen hat, hat sich die städtische Bevölkerung dagegen ausgesprochen, so Furter. Sie erhofft sich deshalb, dass der Kanton, die Stadt und der Bund im Entscheidungsprozess an einen Tisch sitzen, um weitere Details zum Projekt auszuarbeiten und zu klären. Ob die zweite Fäsenstaubröhre definitiv in Angriff genommen wird, wird in den kommenden Monaten entschieden.
Regierungsrat möchte Sicherheitsstollen gegen eine zweite Tunnelröhre eintauschen
Eine zweite Fäsenstaubröhre würde einen Sicherheitsstollen überflüssig machen. Diese Ansicht vertritt der Schaffhauser Baudirektor Martin Kessler. Bisher war ein solcher Stollen für Notfallsituationen die geplante Lösung des Regierungsrats. Durch den Entscheid des Bundesrats, den Bau einer zweiten Fäsenstaubröhre wieder zu priorisieren, würde sich die Ausgangslage jedoch ändern. Wenn es eine zweite Fäsenstaubröhre gibt, könne man sich den Sicherheitsstollen sparen, so Kessler. Kessler steht klar hinter dem Bau einer zweiten Fäsenstaubröhre. Der Entscheid des Bundesrates ist allerdings noch nicht endgültig. Ein definitiver Entscheid sollte in den kommenden Monaten gefällt werden.