© Symbolbild Begegnungszone, Quelle: Wikipedia
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 Symbolbild Begegnungszone, Quelle: Wikipedia

Begegnungszone in der südlichen Altstadt sorgt für rote Köpfe

FDP, SVP und ACS kritisieren Vorlage, SP unterstützt sie

05.05.2026

In der südlichen Altstadt Schaffhausen soll eine Begegnungszone eingeführt werden. Der Schaffhauser Stadtrat hat eine entsprechende Vorlage an den Grossen Stadtrat verabschiedet, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten auf dem Kammgarnareal und der neuen Nutzung ab Herbst 2026 werde der Publikumsverkehr in der Altstadt Süd deutlich zunehmen, so der Stadtrat. Die Beratungsstelle Unfallverhütung habe die Verkehrssicherheit beurteilt und empfiehlt eine Begegnungszone auf der Rheinstrasse, der Klosterstrasse, der Baumgartenstrasse sowie der Frauengasse. Eine Begegnungszone ist ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem Fussgänger Vorrang haben und die Geschwindigkeit auf 20 km/h begrenzt ist. Sie soll ab Herbst 2026 signalisiert werden. Das Stadtparlament wird sich mit der Vorlage an einer künftigen Sitzung noch auseinandersetzen.

Die FDP Schaffhausen lehnt die vom Stadtrat geplante Begegnungszone in der südlichen Altstadt ab. Das schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Sie kritisiert, dass wichtige Zufahrtsstrassen wie die Rhein- und Klosterstrasse betroffen sind, die unter anderem zu Parkhäusern und Gewerbebetrieben führen. Aus Sicht der FDP würde dadurch die Erreichbarkeit der Altstadt verschlechtert. Begegnungszonen würden lediglich in Bereichen Sinn machen, wo sich viele Fussgängerinnen und Fussgänger befinden. Das wäre laut FDP im südlichen Teil der Altstadt nicht der Fall. Die Partei kündigt an, sich im Stadtparlament gegen die Vorlage zu wehren.

Es formiert sich weiterer Widerstand gegen die Pläne des Schaffhauser Stadtrats, im Gebiet Herrenacker Süd eine Begegnungszone einzurichten. Wie der Automobilclub Schaffhausen in einer Mitteilung schreibt, befürchtet er negative Auswirkungen auf lokale Geschäfte. Die städtische SVP spricht in einer Medienmitteilung gar von einer Schikane-Politik gegen Autofahrerinnen und Autofahrer. Der Stadtrat hat mitgeteilt, dass auf der Rheinstrasse, der Klosterstrasse, der Baumgartenstrasse sowie der Frauengasse eine Begegnungszone eingeführt werden soll. Auf Begegnungszonen gilt Tempo 20, zudem haben Fussgänger grundsätzlich Vortritt.

Die städtische SP unterstützt die Pläne des Stadtrats zur Schaffung einer neuen Begegnungszone südlich des Herrenackers. Im Hinblick auf die Entwicklung des Kammgarn-Areals sei diese Massnahme das einzig Sinnvolle, so SP-Grossstadträtin Romina Loliva gegenüber Radio Munot. Konkret sollen Baumgarten-, Rhy- und Klosterstrasse sowie die Frauengasse eine Begegnungszone werden. Das bedeutet, dass Tempo 20 gilt und Fussgänger grundsätzlich Vortritt haben. Das letzte Wort hat das Schaffhauser Stadtparlament.