
Vom Steinweidling bis zum Fährschiff
Eine Schaffhauser Schifffahrtsgeschichte
04.08.2026
Ohne den Rhein wäre Schaffhausen nicht, was es ist: An sonnigen Sommertagen bietet er Zuflucht vor den hohen Temperaturen. Ob man nach Feierabend noch einen kurzen Sprung ins Wasser wagt, oder am arbeitsfreien Tag den Rhein lieber vom Gummiboot, Weidling oder Stand-up-Paddle aus geniesst: In den Sommermonaten ist der Rhein für viele Schaffhauserinnen und Schaffhauser das Gravitationszentrum ihrer Freizeit. Dass der Rhein für rekreative Zwecke genutzt wird, ist jedoch ein vergleichsweise junges Phänomen, denn:
Ohne den Rhein wäre Schaffhausen nicht. Das Städtchen am Rhein fand seinen Weg auf die Landkarte aus unromantischen Gründen. Wer Waren aus Italien oder Österreich nach Deutschland oder in die Niederlande bringen wollte, musste am Rheinfall vorbei. Schaffhausen als glorifizierten Warenumschlagplatz zu bezeichnen, wäre vielleicht geschmacklos, aber nicht ganz unwahr. Die Schiffe landeten hier, um ihre Waren über den Landweg nach Neuhausen zu transportieren.
Bereits im Mittelalter wurde auf diesem Weg Salz in Schaffhausen umgeladen. Auch Weidlinge wurden für den Gütertransport genutzt.
Dass sich das ikonische Holzboot so tief in die kulturelle Identität der Schaffhauserinnen und Schaffhauser integrierte, hing auch damit zusammen, dass Studentenverbindungen der Kantonsschule ihn im 19. Jahrhundert für sich entdeckten und ihn dazu nutzten, ihre Freizeit auf dem Rhein zu verbringen.