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Blog - NEIN zu NO-BILLAG

NEIN zu NO-BILLAG

Ich bin überzeugt, dass sich die Initianten der NO-BILLAG-Initiative nicht bewusst sind, was sie angerichtet haben. Sollte nämlich ihre Initiative angenommen werden, so zerstört sie die heutige schweizerische Radio- und TV Landschaft in einer Weise, die aus meiner Sicht verantwortungslos ist. Der Schaden bei einer Annahme dieser Initiative wäre gravierend und die Zukunft im Radio- und TV Bereich klar: Es würde nur noch produziert und gesendet, was rentiert und was genügend Gewinn abwirft.

Die Initianten wollen nämlich die Radio- und TV Landschaft der Schweiz alleinig dem Markt überlassen. Wenn der Markt bestimmt, dann regiert die Quote. Denn um möglichst viel Werbegeld zu erhalten, braucht es viele Nutzerinnen und Nutzer. Eine grosse Anzahl Menschen erreicht man nur dort, wo auch viele Menschen leben; also in den Grossstädten.
In den Grenz- und Randregionen wie Schaffhausen ist der Markt schlicht zu klein, um mit den Werbeeinnahmen einen vergleichbaren Service Public Régional anzubieten. Damit in diesen Regionen private Radios existieren können, hat das Parlament das Gebührensplitting eingeführt, das einen Anteil der Gebühren an private Veranstalter abgibt. Dank diesem Ausgleich gibt es auch Radio Munot in seiner heutigen Form.

Mit der Abschaffung der Gebühren wollen die Initianten nun bewirken, dass alleinig der Markt das Angebot bestimmt. Sie nehmen so in Kauf, dass nur noch in den Grossstädten und in den bevölkerungsreichen Regionen eigene Radios betrieben werden können. Also nur noch dort, wo genügend Werbegeld fliesst. Nur noch dort, wo es rentiert.

Falls die Initianten nur beabsichtigt haben, der «grossen» SRG einen Denkzettel zu verpassen, so wird dies teuer und brandgefährlich für die ganze Schweizer Medienlandschaft, inklusive Radio Munot. Denn die grossen ausländischen Medienkonzerne wären natürlich sofort bereit, in der Schweiz noch aktiver zu werden.

Eine Annahme dieser Initiative wäre auch ein grosser Schock für die 20 Festen und 50 Freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Radio Munot. Denn es wäre das AUS für unser Radio in seiner heutigen Form.

Seit über 30 Jahren setzen wir uns alle mit viel Herzblut dafür ein, Radio Munot zu betreiben und zu erhalten und so ein für unser Sendegebiet abgestimmtes Programm zu produzieren.

Dass die Initianten mit ihrer Initiative unser Radio und unser Engagement einfach so zerstören wollen, kann ich nicht nachvollziehen. Ihre Argumentationen sind zum Teil abschätzig und sogar falsch. Diese Fahrlässigkeit der Initianten finde ich unverantwortlich. Ihr Vorgehen erinnert mich an jemanden, der sein Haus anzündet und erst nachher schauen will, wo er dann wohnen kann.

Der kommende 4. März ist deshalb ein wichtiger Tag für die Schweiz, ein gewichtiger Tag für die schweizerische Medienlandschaft und ein Schicksalstag für unser Radio Munot.

Ich hoffe, dass sich das Schweizer Volk bewusst ist, was bei dieser Abstimmung auf dem Spiel steht und was alles bei einer Annahme der Initiative verloren gehen würde.

Ich bitte deshalb alle, sich für ein NEIN einzusetzen. Damit unser Radio Munot eine Chance für die Zukunft hat.

Marcel Fischer
Geschäftsführer